Bewerbung zum 30. Möbel – Martin – Naturschutzpreis 2014                      

Sehr geehrte Damen und Herren,

sehr geehrte Frau Wicker,

 

der Obst- und Gartenbauverein Busenberg e.V. bewirbt sich hiermit für den ausgeschriebenen 30. Möbel-Martin Naturschutzpreis 2014.

 

Bereits in den Jahren 1999 und 2005 hatten wir mit unserem seit 1991 bestehen Obst- und Gartenbauverein Busenberg e.V. an den Naturschutzpreisen von Möbel-Martin erfolgreich teilgenommen. Aus den damaligen Bewerbungsunterlagen können Sie die Zielsetzungen unseres Vereins nachlesen, die wir nachfolgend nochmals kurz zusammenfassen wollen:

 

Die Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts in unserer Gemeinde, der Umwelt- Natur- und Tierschutz, die Landschaftspflege, das Anlegen von Streuobstwiesen, das Keltern des Obstes unserer Mitglieder / Kunden sowie die Dorferneuerung und Dorfverschönerung sind die herausragenden Aufgaben unseres Vereins. In diesem Sinne führen wir jedes Jahr Schnittkurse, Veredlungskurse, Vorträge über ökologischen Gartenbau, Informationen zu neuen Obst- und Gemüsesorten usw. für unsere Mitglieder durch und keltern deren Äpfel zu naturreinem Apfelsaft.  In den Vorträgen überwiegend externer Fachleute können sich unsere Mitglieder über die Neuerungen in dem vorgenannten Bereich informieren. Diese Informationen werden so dann in die Tat umgesetzt, was zu einem intakten ökologischen Umfeld in Busenberg führt.

Auf ca. 50 ha Flächen wurden Streuobstwiesen errichtet, auf denen die beachtliche Zahl von ca. 4500 Bäume gepflanzt worden sind. Die Pflege der Streuobstwiesen bedeutet die Freihaltung unserer sehr reizvollen Landschaft.

 

Die Aktivitäten unseres Obst- und Gartenbauvereins Busenberg e.V. endeten aber nicht mit unserer letzten Bewerbung zum Möbel-Martin-Naturschutzpreis im Jahre 2005, sondern wurden kontinuierlich fortgeführt und nachhaltig betrieben.

Deshalb können wir uns mit gutem Gewissen als aktive Naturschützer bezeichnen und gehören bestimmt zu den Dauerläufern im Naturschutz, die Sie in diesem Jahr für den Naturschutzpreis ansprechen wollen.

In den nachfolgenden Ausführungen wollen wir unsere Aktivitäten ab dem Jahre 2005 strukturiert an Ihren Vorgaben im Bewerbungsbogen darstellen .

 

Zu Punkt 1: Persönliche Angaben:

 

Der Obst- und Gartenbauverein Busenberg e.V. Tel. 06391-3642, ist im Internet unter www.ogv-busenberg.de präsent und wird durch den Vorstandssprecher, Herrn Roland Sternberger, Kirchstraße 8, 76891 Busenberg, nach außen vertreten. Wie eingangs erwähnt haben wir uns in den Jahren 1999 und 2005 an den Naturschutzpreisen von Möbel-Martin beteiligt und waren in beiden Jahren Preisträger:  1999 – 4. Preis und 2005 – 2. Preis.

 

Zu Punkt 2:  Wurde das Projekt seit der Prämierung durch Möbel-Martin fortgeführt?

 

Der OGV Busenberg e.v. hat sich nach Verleihung des Möbel-Martin-Naturschutzpreises im Jahre 2005 kontinuierlich weiterentwickelt.

Im Jahre 2006 konnten wir 15 Jahre OGV Busenberg feiern und durften die vielen, vielen  Glückwünsche aus dem Ort und den Umkreis entgegennehmen. Im Rahmen einer großen Erntedankausstellung präsentierten wir an zwei Tagen im Bürgerhaus Drachenfels der Bevölkerung und den Schulklassen die Ergebnisse unseres Vereins. 2006 war eine riesige Obsternte zu verzeichnen und in 15 Keltertagen wurden über 100000 (in Worten ein hunderttausend) Liter Apfelsaft durch unsere freiwilligen und ehrenamtlich tätigen Helfer – hauptsächlich für unsere Mitglieder -  gekeltert. Diese Keltermannschaft hat großes geleistet; kam aber auch an das Limit ihrer Einsatzkraft.

Im November 2006 war ein Referent der Lehr- und Versuchsanstalt Neustadt bei uns zu Gast und stellte im vollbesetzten Kelterhaus 10 neue Apfelsorten mit Verkostung vor, so dass bei der darauffolgenden Obstbaumbestellung viele kleine Säulen- und Buschbäume für Haus und Vorgarten bestellt wurden, was wiederum zur Verbesserung des Ortsbildes beigetragen hat.

 

 

Zu Punkt 3 und 4

Nach der riesigen Obsternte im Jahre 2006 mussten wir uns Gedanken darüber machen, wie wir unsere Kelterhelfer entlasten könnten. Zukunftsweisend wurde entschieden, dass in weitere Modernisierungsmaßnahmen investiert werden muss.  Aufgrund unserer Feststellung, dass neben einem mengenmäßig guten Apfeljahr ein weniger gutes folgen wird, haben wir im Jahre 2007 Angebote für eine neue vollautomatische Presse sowie eine Großkistenentleerung eingeholt und die entsprechenden Förderanträge gestellt wurden.

Im Jahre 2006 wurden wir auch für unsere Kleinsten im Ort aktiv und richteten unweit unseres Kelterhauses ein entsprechendes Waldklassenzimmer für die Kindergartenkinder ein. Nach Einholung der entsprechenden Genehmigungen bei Forst und Gemeinde wurde das Waldkinderzimmer kindgerecht mit Apfelsaft und Würsten eingeweiht. Das Waldklassenzimmer wird mittlerweile wöchentlich benutzt. Da die Kinder auf dem Weg zu ihrem naturnahen Lieblingsplatz auch an unserem Kelterhaus vorbeikommen, können wir immer wieder feststellen, dass wir eine zukunftsträchtige Aktion aber auch Attraktion für die Kinder geschaffen haben.

 

Im Jahre 2008 feierte unsere Ortsgemeinde Busenberg ihr 600jähriges Bestehen mit einem entsprechenden Dorffest. Unser OGV brachte sich in die Jubiläumsfeiern entsprechend ein und veranstaltete eine Historische Ausstellung nach dem Motto ‚Altes aus Haushalt und Handwerk sowie Land- und Forstwirtschaft‘. So konnten wir unseren Gästen, aber auch den Jungbürgern zeigen, wie unsere Vorfahren mit einfachen und oftmals primitiven Werkzeugen und Gerätschaften versuchten, ihre Arbeit zu erleichtern und ihre Familien zu ernähren.  Noch heute wird davon geredet, was durch diese historische Ausstellung alles zum Vorschein gebracht worden ist. Auch Fachleute kamen nicht aus dem Staunen heraus.

 

Nachdem die Finanzierung für die bereits Ende 2006 anvisierte vollautomatische Bandpresse sichergestellt war, wurden im 2009 die neuen Geräte geliefert und im August des Jahres der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Probeläufe verliefen problemlos und insbesondere unsere Kelterhelfer waren voller Begeisterung über die Entlastung.

Zur Keltersaison 2013 starteten wir eine Qualitätsoffensive, in dem wir über Verbesserungen beim Saftkeltern informierten. Diese Aktion war sehr arbeitsintensiv, wurde aber von den sog. Kelterkunden mit  vielen  positiven Rückmeldungen bedacht, dass wir sicher sind, auch hier den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.

 

Um unsere Jugendarbeit aber nicht nur im Kindergarten enden zu lassen, haben wir 2009 die Zusammenarbeit mit der Grundschule Busenberg forciert. Die 3. Klasse wurde ins Kelterhaus eingeladen, jedes Kind durfte einen kleinen Pflanztopf mit dem eigenen Namen versehen mitbringen und unter Mitwirkung und Aufsicht des OGV Busenberg eine Walnuss pflanzen. Im Jahr darauf konnten die Kinder ihren kleinen Walnussbaum im Kelterhaus abholen – an dem Leuchten der Kinderaugen war das Interesse an der Natur zu beobachten. Diese erfolgreiche Aktion wollen wir auch 2014 mit der Aufzucht von Apfel- und Pfirsichkernen wiederholen, um den Kindern im Jahre 2015 das Ergebnis ihrer praktischen Arbeit vorzuführen.

 

Zu Punkt 5 – Welche Altersgruppen sind aktiv am Projekt beteiligt?

 

Sowohl bei der letzten Möbel-Martin Prämierung im Jahre 2005 als auch heute waren alle genannten Altersgruppen an der Verwirklichung unseres Projektes beteiligt. Ob jung oder alt – jeder hat daran teilgenommen bzw. wurde von uns als Verein mit in die Vereinsarbeit einbezogen. Die stolze Mitgliederzahl von im Schnitt 400 Mitglieder – auch Familienmitgliedschaften –  bestätigt, dass jede Altersgruppe über  Jahre hinweg breitgefächert an der Vereinsarbeit teilnehmen.

 

Zu Punkt 6 – Unterstützung durch finanzielle Zuwendungen Dritter

 

Ein gut geführter Verein muss sich auch um die finanziellen Mitteln Gedanken machen. Während die sogenannten laufenden Kosten aus den Mitgliedsbeiträgen ( 7 bzw. 11 Euro) bestritten werden, haben Förderanträge  an verschiedene behördlichen und privaten Institutionen und deren Bewilligung dazu beigetragen, dass unser Projekt finanziert werden kann und auf finanziell gesunden Füßen steht. So sind über die Zuschüsse  vom Fond Entwicklung ländlicher Raum der Bundesrepublik und des Landes Rheinland-Pfalz ebenso eingeflossen wie die Zuwendungen der Umweltstiftung unseres Bundeslandes. Die Landespflegebehörde des Kreises Südwest-Pfalz unterstützt uns mit einem zinslosen Darlehen, was wir wiederum durch verschiedene Arbeitseinsätzen unserer Vereinsmitglieder an der historischen Streuobstwiese in Busenberg abarbeiten. Nur durch solche Unterstützungsmaßnahmen konnten und können wir an der Fortentwicklung und Realisierung unserer Projekte arbeiten.

 

Zu Punkt 7 – Wurde das Projekt seit der Prämierung durch Möbel Martin in der Öffentlichkeit vorgestellt?....

 

Diese Frage können wir eindeutig mit Ja beantworten und verweisen zunächst auf unsere Homepage www.ogv-busenberg.de. Dort wird auf die Preise von Möbel Martin verwiesen. In vielfältigen Presseveröffentlichungen in der RHEINPFALZ und PIRMASENSER Zeitung, aber auch in den regionalen Anzeigenblättern WASGAU-Anzeiger, SÜDPFALZ-Kurier usw.  werden die Projekte des Obst- und Gartenbauvereins Busenberg dargestellt. Wie verweisen insbesondere auf die beigefügten Zeitungsausschnitten mit den Überschriften

  • Streuobstwiesen dienen Luxemburgern als Vorbild und
  • Alte Tradition auf neuen Anlagen,

in denen unser Projekt näher beschrieben wurde. Die Artikel zeigen, dass unser Projekt als  vorbildlich beschrieben und von uns nachhaltig betrieben wird. 

 

Aktuell findet der landesweite Wettbewerb ‚Unser Dorf hat Zukunft‘ statt. Hier wurde Busenberg in der Sonderklasse zum Sieger des Kreises Südwestpfalz gekürt und nimmt an der überregionalen Entscheidung teil. Die entsprechenden Besichtigungskommissionen waren in unserem Wohnort Busenberg bereits zu Gast und haben sich die Projekte des OGV Busenberg angeschaut Mit Stolz haben wir die Siegerentscheidung und die entsprechenden Presseberichte, in denen explizit auf die Vorbildfunktion des OGV Busenberg hingewiesen wurde, zur Kenntnis genommen und warten ab, wie die Entscheidung auf Bezirksebene auffällt, die im Juli 2014 bekannt gegeben werden soll.

 

Zu Punkt 8 – Hatte das Projekt eine Vorbildfunktion für andere Projekte….?

 

Das Kelter- und Vereinshaus des OGV Busenberg ist nicht nur beim Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine Pirmasens-Zweibrücken als Vorzeigeobjekt bekannt, sondern bis weit über diese Grenzen hinaus. Der OGV Wilgartswiesen hat nach mehrmaliger Besichtigung die artgleichen Keltermaschinen angeschafft. Auch der  befreundete OGV im benachbarten französischen Schleithal ließ sich durch uns inspirieren und baute die gleiche Kelteranlage ein. Unser Lieferant der Keltermaschinen, Fa. Neumeier und Erhard aus Herxheim, führt seine  Kaufinteressenten aus dem benachbarten Saarland, aus weiter entfernt liegenden Gebieten wie Nürnberg oder aber auch aus dem benachbarten Frankreich und den Niederlanden zu unserem Obst- und Gartenbauverein in Busenberg, wo die moderne Kelteranlage besichtigt wird.

Auch Vereinsausflüge mit dem Wunsch, die Kelteranlage des OGV Busenberg zu besichtigen, werden immer wieder angefragt. 2011 war der OGV Puhberg / Nähe Savern bei uns einen Tag lang zu Gast. Tief beeindruckt von dem gesamten Streuobstprogramms des OGV Busenberg  traten die Freunde des französischen OGV Puhberg den Rückweg an – zwischenzeitlich wurden Freundschaften geschlossen, die bis heute noch anhalten.

 

 

Zu Punkt 9 – Wie sieht die zukünftige Ausrichtung des Projekts aus?

 

Der  OGV Busenberg wird auch in Zukunft das Streuobstwiesen-Programm durch jährliche Sammelbestellungen von Bäumen und Sträuchern fortführen.

Fachvorträge, Schnittkurse, Veredlungskurse, Informationen zu biologischen Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen im Obst- und Hausgarten durch Anbringen von Nistkästen, Bauen und Aufstellen von Insektenhotels für Hummeln und Wildbienen sowie Hinweise für die richtige Anwendung der selbst angesetzten Pflanzenextrakte gegen Pilzkrankheiten, sind und werden auch in Zukunft zu den Themen unseres Obst- und Gartenbauvereins gehören. Die Zusammenarbeit mit jungen Familien, mit Schulklassen und Austausch mit anderen Hobbygärtnern müssen weiterhin forciert und mit neusten Informationen am Laufen gehalten werden. Durch das kindgerechte Heranführen an naturnahen Obstbau durch Pflanzen und Aufzucht von Apfel- und Pfirsichkernen wollen wir 2014 / 2015 Nachwuchswerbung betreiben.

 

Zu Punkt 10 – Wofür würden Sie ein Preisgeld Möbel-Martin-Naturschutzpreis 2014

verwenden? 

 

Die vielfältigen Aufgaben unseres fordern immer wieder Unterhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen. Dafür würde ein Teil des Preisgeldes einfließen. Der größte Teil des Preisgeldes ist  für neue innovative Maßnahmen vorgesehen, die im Einzelnen noch besprochen werden müssen. Vorstellbar wären das Bauen und Aufstellen der o.g. Insektenhotels für Hummeln und Wildbienen, da die Honigbiene durch Milbenbefall sehr bedroht ist und bekannter weise ohne Bienen keine Apfelernte möglich ist.

 

 

Wie die vorgenannten Ausführungen zeigen, setzt sich der Obst- und Gartenbauverein Busenberg e.V. über zwei Jahrzehnte nachhaltig für seine Ziele ein. Wir haben nach der letzten Preisverleihung durch MÖBEL-MARTIN nicht zurückgesteckt und unsere Projekte konsequent fortgeführt. Aus diesem Grunde sehen wir uns selbst als ‚Dauerläufer im Naturschutz‘ – so wie Sie es in der Preisausschreibung formuliert haben.

 

Der Obst- und Gartenbauverein Busenberg e.V. würde sich freuen, wenn die Jury die Leistungen unseres Vereins entsprechend honorieren könnte.  Wie in den Jahren zuvor, werden wir auch in Zukunft unsere Projekte weiterentwickeln.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

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Roland Sternberger                                                     Franz Burkhart

Vorstandssprecher                                                       Ehrenvorsitzender