Bewerbung Naturschutzpreis 2012 des rheinland-pfälzischen Fachministeriums


Sehr geehrte Damen und Herren,

 

der Obst- und Gartenbauverein Busenberg e.V. bewirbt sich mit dem Projekt

            ‚Streuobstwiesen; Förderung umweltschonender Landbewirtschaftung‘

für den vom o.g. Ministerium  ausgeschriebenen Umweltpreis 2012

 

Nachfolgend möchten wir zunächst unseren Obst- und Gartenbauverein Busenberg e.V. näher vorstellen und über unsere Aktivitäten berichten:

  1. Mitgliederzahl

Unser noch junger  Verein wurde 1991  gegründet. Zu Beginn des Jahres 2005 waren es 525 Mitglieder – derzeit zählt unser Verein 465 Mitglieder. Der Obst- und Gartenbauverein Busenberg ist somit nicht nur der größte Verein in unserer Ortschaft, sondern auch der mitgliederstärkste  Verein innerhalb des Kreisverbandes der Obst- und Gartenbauvereine Südwestpfalz – Zweibrücken.

  1. Zielsetzung des Obst- und Gartenbauvereins Busenberg e.V.

Die Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts in unserer Gemeinde, der Umwelt- Natur- und Tierschutz, die Landschaftspflege, das Anlegen von Streuobstwiesen, das Keltern des Obstes unserer Mitglieder / Kunden sowie die Dorferneuerung und Dorfverschönerung sind die herausragenden Aufgaben unseres Vereins. In diesem Sinne führen wir jedes Jahr Schnittkurse, Veredlungskurse, Vorträge über ökologischen Gartenbau, Informationen zu neuen Obst- und Gemüsesorten usw. für unsere Mitglieder durch und keltern deren Äpfel zu naturreinem Apfelsaft.  In den Vorträgen überwiegend externer Fachleute können sich unsere Mitglieder über die Neuerungen in dem vorgenannten Bereich informieren. Diese Informationen werden so dann in die Tat umgesetzt, was zu einem intakten ökologischen Umfeld in Busenberg führt.

  1. Errichtung von Streuobstwiesen

Noch lange bevor der zurzeit herrschende Boom der  Streuobstwiesen eingesetzt hat, befasste sich unser Verein mit der Anlage von Streuobstwiesen und setzte dies in die Praxis um.  Zunächst haben wir die ehemalige Müll- und Bauschuttdeponie Busenberg von der Gemeinde gepachtet. Eine Fläche von ca. 2 ha wurde damals rekultiviert und ca. 70 Obstbäume gepflanzt, die mittlerweile gut Obst tragen.  Bereits bis zum Jahre 1999 hatten wir auf ca. 47 ha Flächen Streuobstwiesen angelegt, was in etwa der Hälfte der stillgelegten Flächen entsprach. In den folgenden Jahren haben wir jedes Jahr unsere Baumpflanzaktionen fortgesetzt, so dass wir stolz berichten können, dass der Obst- und Gartenbauverein Busenberg bis heute  insgesamt ca. 4500 Bäume gepflanzt hat. Durch die Pflege der Streuobstwiesen ist die Freihaltung unserer sehr reizvollen Landschaft gewährleistet. Einer Verbuschung der Landschaft wird dadurch erfolgreich entgegengewirkt.

Entlang der Busenberger Radwege wurden Bäume gepflanzt und werden ständig gepflegt, so dass dadurch den Radwegen ein gewisses Flair vermittelt wird.

Durch die angepflanzten Apfelbäume erhöhten sich aber auch die Erntemenge und vor allem der Wunsch der Apfelbaumbesitzer, eigenen und naturreinen Apfelsaft herzustellen, was in unserer Kelteranlage erfolgt.

Wichtig ist uns aber auch, dass der Trester zurück in den Naturkreislauf fließt. So profitieren die Schäfer unserer Gegend von dem Apfelsaftkeltern und verwerten  den Trester.

  1. Moderne  Kelteranlage

Das Anlegen von Streuobstwiesen hat zwangsläufig große  Obstmengen zur Folge. Die Frage, was passiert mit dem vielen Obst,  beantwortete der Obst- und Gartenbauverein Busenberg e.V. bereits frühzeitig mit dem Bau und Errichtung einer Kelteranlage. Unsere Mitglieder legen großen Wert darauf, dass jeder ‚seinen‘ Apfelsaft erhält, was bei uns selbstverständlich ist. Wir legen deshalb  großen Wert auf die Erzeugung naturreinem Apfelsaft, getreu nach unserem  Motto ‚Sie bringen uns Ihre Äpfel ins Kelterhaus – wir machen guten Apfelsaft daraus‘. Auch  in den späteren Modernisierungsmaßnahmen der Kelteranlage sind wir diesem Grundsatz treu geblieben.

Aufgrund der starken Nachfrage nach naturreinem Apfelsaft war unsere 1996 (also knapp 6 Jahre nach Gründungsbeginn) fertig gestellte Kelteranlage ‚überaltert’ und hielt den modernen Anforderungen einer hygienisch einwandfreien Abfüllung nicht mehr stand.  Dies veranlasste uns, sukzessive unsere Kelteranlage in den Jahren  2004  - 2011 in eine vollautomatische Kelteranlage zu modernisieren.

Unsere Kelterkunden kommen nicht mehr nur aus dem näheren Umfeld unseres Wohnortes. Auch aus dem Großkreis Südwestpfalz, der benachbarten  Südlichen Weinstraße, aus Bad Dürkheim und sogar aus Sohren im Hunsrück bringen unsere Kunden ‚ihre’ Äpfel, um sie bei uns zu naturreinem Apfelsaft verarbeiten zu lassen. Der Naturschutzbund BUND Ortsgruppe Bad Dürkheim hat unter seinerwww.bund.net/badduerkheim’ Adresse eindrucksvoll das Keltern in Busenberg beschrieben.

Die Gesamtinvestitionskosten des Vereins betrugen bis jetzt ca. 200000 Euro und wurden auch zur Entlastung unserer Mitglieder eingesetzt, die aufgrund der großen Nachfrage an ihre körperlichen Leistungsgrenzen stießen. Jahr für Jahr stellen unsere Mitglieder ihre Arbeitskraft mit großem Eifer und Elan unentgeltlich dem  Wohle  unseres Vereins, aber dem Wohle der Allgemeinheit zur Verfügung. Auch in den letzten Jahren wurde die Kelteranlage immer wieder  modernisiert, um den neuesten Richtlinien zu entsprechen.

  1. Historische Streuobstwiesen in Busenberg

Im Jahre 2004 erwarb die Kreisverwaltung SWP in der Gemarkung Busenberg eine Fläche von 2 ha. Dort wurde in einer Gemeinschaftsproduktion des Kreisverbandes Südwestpfalz – Zweibrücken eine historische Streuobstwiese errichtet und ca. 100 ‚Uralt’-Baumsorten gepflanzt, die es heute kaum noch gibt. Die Betreuung dieser historischen Streuobstwiese wird gehört zu den Aufgaben des Obst- und Gartenbauvereins Busenberg. Maßgeblich und federführend war unser Verein bei dem Grunderwerb und Baumpflanzaktion beteiligt.

 

  1. Nachhaltigkeit

In den Fachvorträgen haben unsere Mitglieder die Möglichkeiten, durch externe Sachverständige entsprechendes Fachwissen zu erwerben. Dieses Wissen fließt in die tägliche Arbeit ein.

Nachhaltig werden Kindergartenkinder und Grundschüler  durch jährliche Führungen im Kelterhaus, Nussbaumpflanzaktion mit  Schulkindern, Errichtung eines Waldklassenzimmers für Kindergarten zu ökologisch sinnvollem Verhalten informiert und angehalten, so dass über Jahren eine erfolgreiche Kooperation zwischen unserem Verein mit dem hiesigen Kindergarten und Grundschule Busenberg entstanden ist. Auch die Kontakte zu dem Jugendwerk St. Josef in Landau, verbunden Ausbildungsklassen unsere Schnittkurse zu besuchen, zeigen unsere Bemühungen, unser Fachwissen nicht nur intern, sondern auch extern weiterzuvermitteln.

In den 21 Jahren des Bestehens OGV Busenberg fördern wir somit   die bestehenden  Naturstrukturen und das ökologische Bewusstsein der nachfolgenden Generation. Der Obst- und Gemüsebau wird nachhaltig fortentwickelt.

  1. Weitere Aktivitäten unseres Vereins

Es ließe sich hier noch über weiteren Aktivitäten des Obst- und Gartenbauvereins Busenberg ausführlich berichten. Angesichts der Vielzahl der angestoßenen Projekten möchten wir es dabei belassen, in Stichpunkten darüber zu berichten:

7.1.               Enthüllung Markierungsstein Hexenplatz

Über den eigenen Tellerrand hinauszusehen ist für den OGV Busenberg mit seinen 465 Mitgliedern eine Selbstverständlichkeit. Deshalb wurde im Jahre 2003  für die Wanderer der Markierungsstein ‚Hexenplatz‘ gesetzt,  so dass die Wanderer nicht mehr orientierungslos an dem auf vielen Wanderkarten eingezeichneten Platz vorbeilaufen. Durch die Errichtung des Premiumwanderweges Holzschuhpfad hat dieser Markierungsstein noch mehr an Bedeutung gewonnen.

7.2.               Kreis-Apfelwoche

Die Auftaktveranstaltung der Kreis-Apfelwoche des Kreises Südwestpfalz 2004 fand in  Busenberg statt. Dabei konnten die Teilnehmer nicht nur unsere moderne Kelteranlage besichtigen – mit einer alten Apfelpresse wurde auch –insbesondere den jüngeren Besuchern- gezeigt, wie in früheren Zeiten der Apfelsaft gekeltert worden ist. Dieses ‚Schaukeltern’ fand sehr großen Anklang und wird bei unseren künftigen Festlichkeiten vorgeführt werden.

7.3.               Südwest-(Best)Pfalz / Regionaler Präsentkorb

Der Vermarktung heimischer Erzeugnisse hat sich die Kreisverwaltung Südwestpfalz verschrieben und wird dabei von unserem Verein voll unterstützt. Wir haben uns deshalb voller Überzeugung der Aktion mit dem Logo ‚Südwest-(Best)Pfalz’ angeschlossen. Auch der Vertrieb des ‚Regionalen Präsentkorbes’ wird von uns unterstützt und ist gefüllt mit ‚Busenberger Apfelsaft’.

  1. Nistkästen

Mittlerweile wurden ca. 130 Nistkästen errichten und werden von unseren Vereinsmitgliedern gepflegt, so dass die Vogel- und Insektenwelt ideale Bedingungen vorfinden.

  1. Visionen

Jeder Verein lebt von seinen Vereinszielen, die erfahrungsgemäß jedes Jahr aktualisiert werden. Nicht nur für die älter werdende Gesellschaft sind die Aktivitäten unseres Obst- und Gartenbauvereins Busenberg wichtig. Auch die jüngeren Mitbürger, ja schon die Schüler, sollen die Grundlagen für die umweltschonenden und naturnahen Methoden des Obst- und Gartenbaus erlernen, um dadurch ganz bewusst die Natur zu erleben  und somit zu erhalten.

Aus diesem Grunde haben wir schon frühzeitig eine Initiative zur Gründung einer Jugend- und Nachwuchsgruppe gestartet. Wie schwer es ist,  unsere Jugend in einem Zeitalter von z.B. Internet und einer Vielzahl von Individualinteressen für eine Gemeinschaftsarbeit im Obst- und Gartenbauverein zu gewinnen, mussten andere Vereine auch schon erkennen. Wir haben uns aber zum Ziel gesetzt, beharrlich an der Gewinnung unserer ‚Jugend’ zu arbeiten und sind aufgrund unserem Engagement guter Dinge, dass unsere Bemühungen  fruchten werden.

 

 

Der Obst- und Gartenbauverein Busenberg hat in den nunmehr 21  Jahren seines Bestehens eine Vielzahl  von  Vorzeige - Projekten gestartet. Die Betreuung dieser Projekte bedeutet jede Menge Arbeitseinsatz und bedarf einer fortwährenden Weiterentwicklung.

Dieses Gelingen, über Jahre hinweg auf hohem Niveau zu halten, verbunden mit dem nach wie vor hohen  Mitgliederstand, macht uns besonders stolz. Unsere Mitglieder und deren Bereitschaft, sich an Gemeinschaftsprojekten ehrenamtlich zum Wohle der Allgemeinheit zu engagieren, zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, auch in Zukunft, gemeinsam mit der Nachwuchsgruppe, die Natur in und um unser schönes Busenberg offen zu halten.

Dabei ist es uns besonders wichtig, dass alle unsere Maßnahmen mit der unteren Landespflegebehörde der Kreisverwaltung Südwestpfalz in Pirmasens abgesprochen und die jeweils gültigen Standards umgesetzt werden.

 

Wir würden uns freuen, wenn auch die Jury des Umweltpreises 2012 unsere Aktivitäten anerkennt.

 

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

 

( Roland Sternberger )

Vorstandsprecher